Dass Unternehmen die Spenden ihrer Mitarbeitenden verdoppeln, ist ein bewährter Bestandteil des Corporate Fundraisings. Für Unternehmen, die sich jedoch nicht zu potenziell unbegrenzten Spenden verpflichten möchten, haben wir ein Konzept, das einfacher zu vermitteln ist – und möglicherweise sogar deutlich leichter umzusetzen.
Die Idee ist simpel: Ein Unternehmen spendet zunächst einen festen Betrag an Ihre Organisation. Anschließend unterstützen Sie das Unternehmen dabei, eine Seite für Peer-to-Peer-Fundraising zu erstellen. Auf dieser Seite können Mitarbeitende spenden, ihre Unterstützung zeigen und Kommentare hinterlassen. Im besten Fall verdoppelt sich so der ursprüngliche Betrag.
Wir sehen dabei zwei Varianten. In der ersten kommuniziert das Unternehmen: „Wir haben X Betrag an diese Organisation gespendet, weil Y und Z – möchten Sie sich anschließen und ebenfalls spenden?“ In der zweiten Variante wird kommuniziert, dass alle Spenden der Mitarbeitenden verdoppelt werden. Letztere führt in der Regel zu mehr Spenden, während die erste oft leichter an Unternehmenspartner zu vermitteln ist.
So überzeugen Sie Unternehmenspartner vom Mitarbeiter-Fundraising
Ein kurzer Leitfaden, wie Sie Ihre Unternehmenspartner für Peer-to-Peer-Fundraising gewinnen können.
Ihre stärksten Argumente
Unternehmensspenden bleiben oft im Verborgenen oder erscheinen lediglich in CSR-Berichten und Pressemitteilungen, die kaum jemand liest. Dabei bietet die Sichtbarmachung von Spenden eine große Chance, Mitarbeitende aktiv in die CSR-Strategie und die Werte des Unternehmens einzubinden. Das kann zur Mitarbeitermotivation beitragen, die Bindung stärken und sich positiv auf die Gewinnung neuer Talente auswirken – und im besten Fall Teil einer starken Unternehmenskultur werden.
Für Unternehmenspartner, die bereits jährlich – etwa zu Weihnachten – spenden, lässt sich dieses Konzept besonders gut positionieren. Es ist eine naheliegende Weiterentwicklung: Ihre Organisation erhält mehr Spenden (und zusätzliche Spenderdaten), während das Unternehmen seine Mitarbeitenden stärker in CSR- und Shared-Value-Initiativen einbindet.
Timing und Passung
Ein idealer Zeitpunkt, um dieses Konzept vorzustellen, ist rund um Weihnachtsspenden oder in akuten Krisensituationen. In diesen Phasen sind Unternehmen besonders spendenbereit, und dieses Modell hat das Potenzial, klassische Unternehmensspenden deutlich zu erhöhen.
Das Konzept eignet sich vor allem für größere Unternehmen. Kleinere, lokale Unternehmen verfolgen beim Fundraising oft andere Ziele als die Einbindung von Mitarbeitenden. Zudem ist das potenzielle Volumen bei größeren Unternehmen naturgemäß höher. Auch die Einkommensstruktur spielt eine Rolle: Unternehmen mit vielen hochqualifizierten Mitarbeitenden erzielen in der Regel höhere Spendenergebnisse als solche mit überwiegend gewerblichen Mitarbeitenden.
Diese Form des Fundraisings zielt nicht darauf ab, Konsumenten zu erreichen, sondern Mitarbeitende aktiv einzubinden. Besonders geeignet sind daher Unternehmenspartner, bei denen eine klare inhaltliche Verbindung zwischen Ihrer Organisation und den Werten bzw. der Mission des Unternehmens besteht.
Best Practices für erfolgreiches Mitarbeiter-Fundraising
Sobald die Partnerschaft steht, liegt der Fokus darauf, die Kampagne erfolgreich umzusetzen.
Rückhalt durch die Unternehmensleitung
Es ist entscheidend, die Unternehmensführung von Anfang an einzubinden. Die interne Kommunikation sollte nicht allein vom CSR-Team getragen werden, sondern idealerweise vom CEO oder der Geschäftsleitung ausgehen. Achten Sie darauf, dass sowohl Führungskräfte als auch Mitarbeitende auf allen Ebenen frühzeitig spenden und sich beteiligen.
Klare und kontinuierliche interne Kommunikation
Eine regelmäßige Kommunikation über alle internen Kanäle hinweg ist entscheidend für den Erfolg. Das Unternehmen kann über Ziele und Zwischenstände informieren sowie erreichte Meilensteine gemeinsam feiern. Unterstützend können Sie vorbereitete Botschaften oder Statements bereitstellen, die beispielsweise von der Geschäftsleitung Ihrer Organisation stammen und bei wichtigen Fortschritten geteilt werden können.
Nach der Kampagne extern nutzen
Sobald die Aktion abgeschlossen ist und alle die Möglichkeit hatten, zu spenden, kann das Unternehmen den Erfolg auch extern kommunizieren. Eine starke gemeinsame Leistung von Unternehmen und Mitarbeitenden eignet sich hervorragend für die Kommunikation gegenüber potenziellen Bewerbern, Partnern und weiteren Stakeholdern.
Wiederholung
Idealerweise wird daraus ein langfristiges Engagement. Wir haben bereits gesehen, dass Unternehmen gemeinsam mit ihren Mitarbeitenden über viele Jahre hinweg für dieselbe Organisation Spenden sammeln.
Beispiele für Mitarbeiter-Fundraising
Hier haben wir einige Beispiele von Unternehmen zusammengestellt, die Mitarbeiter-Fundraising erfolgreich umgesetzt haben:
NCC und Bambora für Ärzte ohne Grenzen Schweden. Assemblin und WidForss.se für den schwedischen Prostatakrebsverband. ATG und PostNord Schweden für UNHCR. Svensk Hemleverans für WaterAid. Evry für Operation Smile. Clarkson Platou für die norwegischen Klinikclowns. MAKEEN Energy für die Dänische Naturschutzgesellschaft.