Wie du Storytelling im Online-Fundraising einsetzt

Martina Michelsen
Copywriter
4
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Die meisten verbinden Storytelling mit klassischen Märchen. Doch in der Kommunikationsbranche ist es längst ein etabliertes und wirkungsvolles Werkzeug. Wir alle erzählen Geschichten darüber, wer wir sind und wofür wir stehen – das ist tief in uns als Menschen verankert.

Gute und relevante Geschichten zu erzählen, die Menschen erreichen und eine Beziehung aufbauen, ist nicht nur Unternehmen vorbehalten. Auch als Online-Fundraiser kannst du Storytelling nutzen, um dein Netzwerk stärker einzubinden und die Bereitschaft zur Unterstützung zu erhöhen.

Dafür brauchst du kein Profi zu sein – aber du solltest die Grundlagen kennen und anwenden. Mit ein wenig Übung kannst auch du die Kunst des Storytellings lernen.

Inhalt und Form müssen im Gleichgewicht sein

Laut Kasper Sørensen, professioneller Storyteller und Gründer von Fortællekunsten und Besttellers, kann Storytelling Werte und Verständnis von einer Person auf eine andere oder auf ganze Gruppen übertragen.

Storytelling lässt sich in zwei Teile unterteilen:

  • Inhalt und Botschaft
  • Form

Der erste Teil bedeutet, dass deine Geschichte eine klare Idee, eine innere Motivation und eine treibende Kraft haben muss. Gleichzeitig sollte sie verständlich und prägnant sein.

Der zweite Teil – die Form – betrifft dich als Erzähler: Wie du auftrittst, welche Worte du wählst, wie du deine Stimme einsetzt – also den gesamten Kontext, in dem du deine Geschichte vermittelst.

Deine Aufgabe ist es, beide Elemente in Einklang zu bringen und ihnen gleich viel Gewicht zu geben. Wenn eines der beiden überwiegt, verliert deine Geschichte an Wirkung.

Denn das Ziel ist klar: eine Verbindung zu deinen Unterstützern aufzubauen – und sie am Ende dazu zu bewegen, deine Spendenaktion zu unterstützen.

Sechs einfache Schritte zu gutem Storytelling

Laut Ken Burnett, Autor des Buches Storytelling Can Change the World, ist ein weiterer Grund für die Wirksamkeit von Storytelling im Online-Fundraising, dass unsere Reaktion auf Geschichten tief in uns verankert ist. Geschichten sprechen uns ganz natürlich an. Sie ziehen uns in ihren Bann, wecken unsere Neugier und machen Lust, mehr zu erfahren.

Wenn eine Geschichte – und damit auch der Erzähler – gut erzählt ist, entsteht beim Empfänger das Gefühl, selbst etwas bewirken zu können. Es sind genau die Geschichten, die Veränderung aufzeigen und Leidenschaft für eine Sache vermitteln, die Menschen zum Handeln bewegen. Darin liegt ein enormes Potenzial: Geschichten können Unterstützer aktiv einbinden und eine starke Verbindung schaffen.

Hier sind einige einfache Tipps, basierend auf den Empfehlungen von SOFII (eine Plattform für Best Practices im Fundraising), die dir helfen, deine Geschichte so zu erzählen, dass sie inspiriert, Vertrauen schafft und Menschen dazu motiviert, deine Spendenaktion zu unterstützen:

Einfachheit

Halte deine Geschichte einfach und konzentriere dich auf deine zentrale Botschaft. Vergleiche oder Bilder helfen dabei, Inhalte greifbar zu machen. Zum Beispiel kannst du sagen, dass man mit nur 100 DKK eine Familie für mehrere Tage mit Essen versorgen kann.

Überraschung

Sage etwas Unerwartetes und stelle Fragen, um Neugier und Aufmerksamkeit zu wecken.Zum Beispiel mit einer rhetorischen Frage: „Hast du schon einmal darüber nachgedacht, dass die 100 DKK für eine Pizza eine Familie einen ganzen Monat lang ernähren könnten?“

Konkretheit

Sei konkret. Nutze bildhafte, sinnliche Sprache, um eine klare Vorstellung zu erzeugen. Zum Beispiel: „Stell dir vor, du kommst nach einem langen Tag nach Hause und freust dich auf ein warmes Bad. Du drehst den Wasserhahn auf – aber es kommt kein Wasser. In Kambodscha ist das Realität. Frauen müssen dort oft 20 Kilometer pro Strecke zurücklegen, um Wasser für ihre Familie zu holen.“

Glaubwürdigkeit

Untermauere deine Geschichte, wenn möglich, mit Fakten: Studien, Statistiken, Aussagen von Experten oder konkrete Beispiele dafür, wie deine Organisation hilft.

Emotion

Menschen reagieren auf Themen, mit denen sie sich identifizieren können. Sprich Gefühle an – zum Beispiel, indem du fragst, wie es sich anfühlt, Teil einer bestimmten Situation oder Gemeinschaft zu sein.

Geschichten

Der letzte Punkt betrifft die Perspektive deiner Geschichte. Welche Sichtweise nimmst du ein? Du kannst zum Beispiel echte Geschichten erzählen – darüber, wie sich das Leben von Menschen durch Unterstützung verändert hat.

Jetzt bist du bereit, deine eigenen Geschichten zu erzählen – Geschichten, die inspirieren, motivieren und dein Netzwerk aktivieren. Wie wirst du deine Geschichte erzählen?

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