Kein Branding der Organisation bedeutet weniger Kontakt-Einwilligungen
Jesper Juul Jensen
CEO
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Vertrauen beeinflusst die Bereitschaft von Spendern, ihre Kontakt-Einwilligung zu geben. Das klingt zunächst selbstverständlich. Die eigentliche Frage ist: Wie stark ist dieser Einfluss? Die Antwort lautet: sehr stark. Die Ergebnisse sollten Anlass geben, bisherige Ansätze im Online-Fundraising zu überdenken.
Unsere Ergebnisse zu Kontakt-Einwilligungen
Unsere Analyse zeigt: Spender geben 71 % häufiger ihre Kontakt-Einwilligung, wenn die Spendenseite mit dem Branding der Organisation gestaltet ist – statt mit dem einer Plattform.
Wenn Spender sowohl der Organisation als auch einer Plattform vertrauen müssen, ist das Vertrauen insgesamt geringer, als wenn nur eine Marke im Vordergrund steht.
Ein Beispiel: Wenn Sie auf einer Plattform typischerweise von 10 % der Spender eine Kontakt-Einwilligung erhalten, können es mit einer White-Label-Lösung 17,1 % sein.
So sind wir zu diesem Ergebnis gekommen
Die Analyse basiert auf 4.212 Spenden an drei Organisationen über persönliche Spendenaktionen.
Die gleichen Kampagnen wurden parallel auf zwei unterschiedlichen Seiten veröffentlicht:
einer Plattform mit BetterNow-Branding
einer White-Label-Seite mit Branding der jeweiligen Organisation auf eigener Domain
Die Spendenformulare waren identisch – der einzige Unterschied lag im Design und Branding (Logo, Farben, Schriftarten etc.). Auch die Inhalte der Spendenaktionen wurden in Echtzeit zwischen beiden Seiten synchronisiert.
Wie die folgende Tabelle zeigt, sind Spender deutlich eher bereit, ihre Kontakt-Einwilligung auf Seiten mit Organisations-Branding zu geben.
Wenn Sie die detaillierten Ergebnisse sowie die methodischen Hintergründe im Detail nachlesen möchten, finden Sie weitere Informationen im BetterNow-Blog.
Was das für digitales Fundraising bedeutet
71 % mehr Kontakt-Einwilligungen sind ein erheblicher Unterschied – und ein klarer Anlass, den Einsatz von Fundraising-Plattformen im digitalen Fundraising zu überdenken.
Die Analyse wurde im Kontext von Peer-to-Peer-Fundraising durchgeführt. Ein Anstieg von 71 % bei den Einwilligungen stellt eine so deutliche Verbesserung dar, dass sich dies spürbar auf den Erfolg und die Effizienz von Challenge-Formaten und Community-basierten Spendenaktionen auswirkt.
Dabei geht es nicht nur um finanzielle Effekte. Angesichts der gestiegenen Aufmerksamkeit rund um den Umgang von Organisationen mit personenbezogenen Daten sind informierte Kontakt-Einwilligungen wichtiger denn je.
Der Kontext von Peer-to-Peer-Fundraising
Wir haben diese Ergebnisse im Kontext von Peer-to-Peer-Fundraising festgestellt. Gerade hier ist es besonders wichtig, Spender schnell an Ihre Organisation zu binden. Häufig erfolgt die Spende auf Initiative von Freunden oder Familienmitgliedern. Der Hauptgrund für die Unterstützung ist also diese persönliche Beziehung – nicht unbedingt eine starke Verbindung zu Ihrer Organisation. Ohne sichtbares Branding besteht das Risiko, dass Spender schnell vergessen, für wen sie eigentlich gesammelt haben.
Ein weiterer möglicher Einfluss von Branding zeigt sich in der Conversion von Kontakt-Einwilligungen zu regelmäßigen Spendern. Die Annahme ist, dass Spender, die stärker mit Ihrer Organisation in Kontakt kommen, eher zu langfristigen Unterstützern werden als solche, die über eine Plattform spenden. Diese Hypothese konnten wir bisher jedoch noch nicht mit Daten belegen.
Heute beginnt die digitale Beziehung zu neuen Spendern oft über ein standardisiertes Formular auf einer Plattform. Umso wichtiger ist es, dass dieser erste Kontakt klar mit Ihrer Organisation gebrandet ist, um die Zahl der (bewusst erteilten) Kontakt-Einwilligungen zu erhöhen.
Laden Sie den vollständigen Leitfaden herunter und erfahren Sie, wie Sie P2P-Spender langfristig halten – und sie zu Mitgliedern oder regelmäßigen Spendern weiterentwickeln.