Virtuelles Peer-to-Peer-Fundraising Event – was ist das, wie funktioniert es und lohnt es sich?
Jesper Juul Jensen
CEO
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Virtuelle Events sind ein sehr attraktiver Fundraising-Kanal: mit geringem finanziellem Risiko und der Möglichkeit, schnell zu testen und zu optimieren. Spätestens seit der Covid-19-Pandemie sind sie zu einem wichtigen Instrument im Peer-to-Peer-Fundraising und Event-Fundraising geworden.
Dieser Blogbeitrag basiert auf einem Webinar, das wir kürzlich durchgeführt haben. Die Aufzeichnung finden Sie am Ende dieses Beitrags. Dies ist der erste Beitrag einer dreiteiligen Serie zu virtuellen Events. Teil zwei und drei finden Sie hier.
In diesem Beitrag beantworten wir einige grundlegende Fragen, um Ihnen den Einstieg zu erleichtern:
Was ein virtuelles Event ist und welche Aktivitäten sich dafür eignen
Wie Sie ein Konzept entwickeln, das zu Ihrer Organisation und Ihren Unterstützern passt
Welche Vorteile und Herausforderungen virtuelle Events im Vergleich zu physischen Events mit sich bringe
Was ist ein virtuelles Peer-to-Peer-Fundraising Event?
Ein virtuelles Event ist ein Event ohne zentral organisierte, physische Veranstaltung. Die Teilnehmenden können entweder alleine teilnehmen oder sich in kleinen, selbst organisierten Gruppen zusammenschliessen.
Gleichzeitig handelt es sich um eine zeitlich begrenzte Kampagne. Damit unterscheidet es sich klar von ganzjährigen Formaten wie eigenständig initiierten Spendenaktionen.
Auffällig ist zudem, dass es nur selten virtuelle Events mit mehreren Organisationen gibt. Während viele Sportveranstaltungen mehrere Partnerorganisationen haben, ist das bei virtuellen Events eher unüblich. Ein möglicher Grund dafür ist das fehlende gemeinsame physische Erlebnis. Eine einzelne Organisation im Zentrum hilft dabei, das Event zu bündeln und ein stärkeres Gemeinschaftsgefühl zu scha
Einordnung virtueller Events
Im Folgenden ordnen wir virtuelle Peer-to-Peer-Fundraising Events in einige grundlegende Kategorien ein.
Traditionell fanden virtuelle Events vor allem im Sportbereich statt. Inzwischen sehen wir jedoch immer mehr Formate ausserhalb des Sports – und gehen davon aus, dass sich dieser Trend weiter fortsetzen wird. Eine Möglichkeit der Einordnung ist daher der Grad an körperlicher Aktivität, den ein Event erfordert.
Eine zweite wichtige Dimension ist, ob ein Event individuell oder in kleinen Gruppen durchgeführt wird. Das gibt Aufschluss darüber, in welchem Mass physische Treffen notwendig sind – ein Aspekt, der insbesondere während der Coronavirus-Pandemie eine grosse Rolle gespielt hat.
Im Folgenden finden Sie unsere Einteilung virtueller Events basierend auf der jeweiligen Aktivität:
Wir sehen einerseits klassische sportliche Einzelaktivitäten wie Laufen, Radfahren oder CrossFit. Daneben gibt es eher soziale Formate wie gemeinsame Spaziergänge.
Hinzu kommen nicht-sportliche Formate, etwa der Verzicht auf Alkohol oder Zucker (typische individuelle Challenges) oder kleinere Treffen wie gemeinsame Abendessen oder Frühstücke im privaten Rahmen.
Darüber hinaus gibt es auch offen angelegte Formate wie die „2.6 Challenge“, die verschiedenste Aktivitäten miteinander verbinden und bewusst flexibel gestaltet sind.
Beispiele für virtuelle Peer-to-Peer-Fundraising Events
Einzelpersonen nahmen an einer CrossFit-Challenge teil. Über einen Zeitraum von 10 Tagen erhielten sie täglich Anleitungen per E-Mail, erstellt von einer Botschafterin von ActionAid Schweden. Das Event hilft dabei, die Bekanntheit von ActionAid zu steigern – insbesondere, da die Organisation in Schweden noch relativ neu ist – und gleichzeitig neue Unterstützer zu gewinnen.
Team leaders arranged their own walks in their neighbourhood, with anything from 3 to 100 participants in each walk. Participants donate to participate and also fundraise.
MS Dinner
Kategorie: Gruppen-Event (kein Sport)
Organisation: Dänische MS-Gesellschaft
Teamleiter organisierten eigene Spaziergänge in ihrer Nachbarschaft, mit Gruppen von 3 bis 100 Teilnehmenden. Die Teilnehmenden spenden für ihre Teilnahme und starten zusätzlich eigene Peer-to-Peer-Fundraising Aktionen.
Die schwedische und stark angepasste Version von Movember. Im Mittelpunkt der Kampagne steht der blaue Schnurrbart, und Männer in ganz Schweden lassen sich einen Schnurrbart wachsen. Die Kampagne zieht viele Unternehmensteams an, die gemeinsam teilnehmen und eigene Aktionen starten.
Wann du virtuelle Events einsetzen solltest – und wann nicht
Virtuelle Events bringen sowohl Vorteile als auch Herausforderungen mit sich. Während einer Pandemie sind sie oft die einzige Möglichkeit – doch auch darüber hinaus bleiben sie relevant. Die folgenden Punkte helfen dir dabei einzuschätzen, wann ein virtuelles Event für dich sinnvoll ist.
Die Nachteile von virtuellen Peer-to-Peer-Fundraising Events
Keine Einnahmen aus Ticketverkäufen. Wir schließen nicht aus, dass du für ein virtuelles Event einen Teilnahmebeitrag verlangen kannst – vor allem, wenn es eine besondere Medaille oder andere Goodies gibt. Es ist aber deutlich schwieriger. Wenn ihr bisher bereits bei der Anmeldung einen Überschuss erzielt habt, ist das ein klarer Nachteil. Außerdem gibt es bei virtuellen Events kaum Möglichkeiten, während des Events Einnahmen durch den Verkauf von Getränken oder Essen zu erzielen – aus naheliegenden Gründen.
Keine persönliche Begegnung vor Ort. Der wahrscheinlich größte Nachteil ist, dass du und dein Team Unterstützer nicht in einem realen Umfeld trefft. Physische Events sind eine starke Gelegenheit, echte Beziehungen zu Unterstützern aufzubauen.
Weniger Fundraising pro teilnehmender Person. Bei virtuellen Events sehen wir im Durchschnitt ein geringeres Fundraising pro Person. Das bedeutet: Du brauchst mehr Teilnehmende, um das gleiche Spendenvolumen zu erreichen.
Niedrigere Aktivierungsrate von Teilnehmenden zur eigenen Spendenaktion. Ein wichtiger Grund für das niedrigere durchschnittliche Fundraising pro teilnehmender Person ist die geringere Aktivierungsrate. Ohne ein echtes Event vor Ort starten weniger Teilnehmende tatsächlich eine eigene Spendenaktion – oft, weil sie sich nicht wirklich beteiligen oder kaum mit dem Event verbunden fühlen
Die Vorteile von virtuellen Peer-to-Peer-Fundraising Events
Accessible to everyone. Virtual events can be designed to allow for high levels of inclusion. Anyone, no matter their physical capabilities and ages will be able to participate in events such as the 2.6 challenge. Everyone can find a concept that allows them to participate. This allows you to recruit from a much broader target group and might even lower recruitment costs.
No geographical barriers. No matter where a suporter lives, they can join in a virtual event. This is especially important if you are a small organisation with a widely distributed supporter and membership base.
Lower financial risk. Physical events can involve rather large investment developments, deposits and other costs involved in the planning of the actual event. A virtual event cuts all this away and only leaves you with the digital costs (marketing, website, communication, advertising). These can of course still be substantial.
Scales quickly and easily. Physical events can have limitations in terms of the number of participants. Obstacle courses are a good example of an event that often has a strict maximum number of possible participants. Virtual events scale very easily, with almost no limitation, and the marginal cost of adding an attendee is much lower.
Works during a lockdown. During a lockdown due to pandemics, such as Covid-19,pandemic virtual events might be your only option, as restrictions on mass gatherings are in place.
Welches Eventkonzept passt zu Ihnen?
Bevor Sie festlegen, wie Ihr virtuelles Event aussehen soll, sollten Sie zunächst Ihr Ziel definieren. Entscheiden Sie, ob Sie vor allem Ihre bestehenden Unterstützer aktivieren oder neue Zielgruppen ohne bisherige Verbindung zu Ihrer Organisation gewinnen möchten.
Sollte die Aktivität zu Ihrem Zweck passen?
Die zentrale Frage ist: Soll Ihr Event eher allgemein gehalten sein oder einen klaren Bezug zu Ihrer Arbeit haben?
Wenn Sie sich an Ihre bestehenden Unterstützer richten, können Sie davon ausgehen, dass diese Ihre Organisation bereits kennen und sich mit Ihrem Anliegen identifizieren. In diesem Fall muss die Aktivität nicht zwingend Ihre Arbeit erklären oder eng damit verknüpft sein. Der Fokus liegt hier stärker auf Engagement und Beteiligung.
Wenn Sie hingegen neue Unterstützer ansprechen möchten, ist es wichtig, Ihre Arbeit klar zu vermitteln. Ziel ist es, diese Personen langfristig zu binden. In solchen Fällen kann es sehr wirkungsvoll sein, wenn das Event selbst Ihre Mission widerspiegelt und diese erlebbar macht. Beispiele hierfür sind Formate wie „Miles for Refugees“ oder „Operation Bletchley“.
Breite oder spitze Zielgruppe?
Richten Sie sich an bestehende Unterstützer, empfiehlt sich in der Regel ein eher breites Konzept – es sei denn, Ihre Zielgruppe ist bereits sehr klar definiert.
Wenn Sie neue Unterstützer gewinnen möchten, haben Sie mehr Spielraum. Ein breites Konzept kann viele Menschen ansprechen und so die Reichweite erhöhen. Ein klar zugeschnittenes, spezifisches Konzept kann hingegen die Ansprache erleichtern und die Kosten für die Gewinnung von Teilnehmenden senken, da Sie gezielter kommunizieren können. Es lohnt sich daher, auch über eine fokussierte Zielgruppe oder Community nachzudenken.
Unabhängig von der Zielgruppe gilt: Die Aktivität und das Konzept sind entscheidend. Menschen entscheiden sich in erster Linie für die Teilnahme an der Aktivität. Begeisterung für Ihre Organisation kann sich im Laufe des Events entwickeln.
Nächste Schritte
Wir hoffen, dass Ihnen diese Hinweise weiterhelfen. Wenn Sie sich für ein virtuelles Peer-to-Peer-Event entschieden haben, empfehlen wir Ihnen, als Nächstes zu lesen, wie Sie ein solches Event konkret aufsetzen und Fundraiser dafür gewinnen.
Blogreihe: Virtuelle Events
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