Der komplette Leitfaden für einen Kommunikationsplan im P2P-Fundraising [mit Beispielen]

Jesper Juul Jensen
CEO
7
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Fundraising ist eine komplexe Aufgabe, bei der es um mehr geht als um einen einfachen Spendenaufruf. Um Unterstützer zum Spendensammeln zu motivieren, müssen Sie unterschiedliche Beweggründe ansprechen, die zu ihren persönlichen Werten und Wünschen passen.

Ein gut strukturierter Kommunikationsplan ist entscheidend, damit Ihre Botschaft potenzielle Unterstützer erreicht und sie vom ersten Interesse bis zur aktiven Teilnahme begleitet.

Dieser Leitfaden hilft Ihnen zu verstehen, warum Menschen Spenden sammeln, welche Hürden sie davon abhalten können und wie Sie einen umfassenden Kommunikationsplan entwickeln, der sie dabei unterstützt.

Warum sammeln Menschen Spenden?

Ihre Unterstützer können ganz unterschiedliche Gründe haben, selbst Spenden zu sammeln. Gemeinsam ist diesen Motivationen, dass Fundraising im Gegensatz zu einer Spende, die rein altruistisch motiviert sein kann (auch wenn dies häufig nicht der Fall ist), fast immer auch von persönlichen Motiven geprägt ist. Im Folgenden gehen wir auf die wichtigsten Beweggründe ein, damit Sie diese bei Ihrer Kommunikation zur Gewinnung von Unterstützern gezielt berücksichtigen können.

Die eigene Identität stärken

Eine der stärksten Motivationen für das Spendensammeln ist der Wunsch, die eigene Identität mit einem bestimmten Anliegen zu verbinden. Da Fundraising eine öffentliche Aktivität ist, beeinflusst es auch, wie andere die Person wahrnehmen, die Spenden sammelt. Entscheidend ist deshalb, nicht nur zu berücksichtigen, wie sich Ihre Unterstützer selbst sehen, sondern auch, wie sie von anderen wahrgenommen werden möchten.

Freude an der Aktivität

Spendensammeln sollte Spaß machen. Was Menschen als unterhaltsam empfinden, ist sehr unterschiedlich. Manche laufen gerne einen Marathon, andere stricken lieber. Wenn Sie Ihre Spendenaktionen daran ausrichten, was Ihrer Zielgruppe Freude macht, kann dies die Teilnahme deutlich erhöhen.

Soziale Verbindungen

Die Beteiligung von Freunden und Familie ist ein starker Motivationsfaktor. Ohne ein physisches Event kann es allerdings schwieriger sein, diesen sozialen Aspekt zu nutzen. Virtuelle oder hybride Events können dabei helfen, Gemeinschaft und soziale Interaktion stärker einzubinden.

Verbundenheit mit dem Anliegen

Ein Anliegen wichtig zu finden, ist zwar eine wesentliche Motivation, führt aber nicht automatisch dazu, dass jemand selbst Spenden sammeln möchte. Zeigen Sie konkret, welchen Unterschied der persönliche Einsatz bewirken kann, um diese Lücke zu schließen.

Verbundenheit mit Ihrer Organisation

Ihre Botschafter fühlen sich Ihrer Organisation stark verbunden, brauchen aber konkrete Anlässe, um aktiv zu werden. Deshalb ist es wichtig, ihnen passende Möglichkeiten und Gründe zum Mitmachen zu bieten. Je stärker ihre Bindung an Ihre Organisation ist, desto eher werden sie bereit sein, für Sie Spenden zu sammeln.

Im Grunde bieten Sie Ihren Unterstützern eine Möglichkeit, ihre Identität auszudrücken oder an einer Aktivität teilzunehmen. Mehr dazu erfahren Sie in unserem Beitrag: „So bitten Sie Ihre Unterstützer, für Sie Spenden zu sammeln.“

Hürden zwischen Motivation und tatsächlicher Teilnahme

Auch wenn jemand grundsätzlich motiviert ist, können Zweifel oder Unsicherheiten verhindern, dass diese Person tatsächlich eine Spendenaktion startet. Solche Hürden gezielt abzubauen, sollte daher ein wichtiger Bestandteil Ihres Kommunikationsplans sein. Zu den häufigsten gehören:

  • Unsicherheit über den erforderlichen Zeit- und Ressourcenaufwand: Machen Sie deutlich, wie viel Zeit und Aufwand tatsächlich erforderlich sind.
  • Fehlendes Wissen über den Einstieg: Stellen Sie klare Schritt-für-Schritt-Anleitungen bereit.
  • Angst davor, aufzufallen: Vermitteln Sie, dass unterschiedliche Formen der Beteiligung willkommen sind, und bieten Sie Unterstützung an.
  • Unsicherheit über die Reaktion des eigenen Netzwerks: Geben Sie Tipps, wie Unterstützer ihr Netzwerk ansprechen können.
  • Fehlender Anlass: Zeigen Sie verschiedene Gelegenheiten auf, die sich für eine Spendenaktion eignen. Regelmäßige Kommunikation ist entscheidend, um Ihre Unterstützer im richtigen Moment zu erreichen.

Wichtige Kommunikationsmaterialien

Mit einer umfassenden Auswahl an Kommunikationsmaterialien können Sie Hürden abbauen und Ihre Unterstützer gezielt zum Spendensammeln motivieren.

Umfassende Seite zum Peer-to-Peer-Fundraising

Ihre Seite zum Peer-to-Peer-Fundraising sollte folgende Inhalte abdecken:

  • Anlässe: Zeigen Sie eine breite Auswahl an Gelegenheiten, die sich zum Spendensammeln eignen.
  • Kurzanleitung für den Einstieg: Bieten Sie eine leicht verständliche Anleitung für den Start.
  • Informationen zum Aufwand: Erklären Sie klar, welche unterschiedlichen Möglichkeiten es gibt und wie viel Aufwand damit jeweils verbunden ist.
  • Unterstützung: Zeigen Sie, welche Unterstützung Sie Menschen bieten, die eine Spendenaktion starten.

Erfahrungsberichte und Fallstudien

Beispiele aus der Praxis können potenzielle Unterstützer inspirieren. Erzählen Sie Geschichten von Menschen, die bereits erfolgreich Spenden für Ihr Anliegen gesammelt haben.

Nutzen Sie ausführliche Fallstudien wie dieses Beispiel von Min Stora Dag, um erfolgreiche Spendenaktionen anschaulich zu machen.

Wählen Sie Ihre Beispiele sorgfältig aus. Die Geschichten, die Sie hervorheben, sollten eine Identität vermitteln, mit der sich Ihre Unterstützer identifizieren möchten. Wenn Ihre wichtigste Zielgruppe beispielsweise das Bild einer erfolgreichen berufstätigen Mutter anstrebt, die Familie und Beruf souverän miteinander verbindet, sollten Sie nach einer entsprechenden Geschichte für Ihre Fallstudie suchen.

Videos

Nutzen Sie ansprechende Videos, die unterschiedliche Spendenaktionen und Erfahrungen zeigen. Videos bieten mehr Raum für Nuancen und ermöglichen es Ihnen, die wichtigsten Argumente auf subtilere Weise zu vermitteln. Ein gutes Beispiel dafür ist die Kampagne von Hjärnfonden.

So erstellen Sie einen Kommunikationsplan

Die Entwicklung eines Kommunikationsplans umfasst mehrere wichtige Schritte. Diese Schritt-für-Schritt-Anleitung hilft Ihnen dabei, einen wirkungsvollen Kommunikationsplan für Ihr Peer-to-Peer-Fundraising zu erstellen:

Schritt 1: Kanäle festlegen

Bestimmen Sie, über welche Kanäle Sie Ihre Zielgruppe am besten erreichen. Überlegen Sie, wo sich potenzielle Unterstützer aufhalten und wie sie Informationen bevorzugt erhalten. Typische Kanäle sind:

  • Soziale Medien: Facebook, X, Instagram, LinkedIn
  • E-Mail-Newsletter: Regelmäßige Informationen an Ihren Verteiler
  • Website: Eigene Seite für Peer-to-Peer-Fundraising
  • Postsendungen: Für eine persönlichere Ansprache
  • Events: Virtuelle oder physische Veranstaltungen, um auf Ihr Anliegen aufmerksam zu machen

Schritt 2: Personelle Ressourcen einschätzen

Prüfen Sie, welche personellen Ressourcen Ihnen für eine kontinuierliche Kommunikation zur Verfügung stehen. Berücksichtigen Sie dabei:

Teamgröße: Wie viele Personen können die Kommunikation unterstützen?

Kompetenzen: Welche Fähigkeiten sind in Ihrem Team vorhanden? (z. B. Content-Erstellung, Grafikdesign, Videoproduktion)

Zeitaufwand: Wie viel Zeit kann jedes Teammitglied für den Kommunikationsplan aufbringen?

Schritt 3: Vorhandene Materialien prüfen

Ermitteln Sie, welche Kommunikationsmaterialien bereits vorhanden sind und welche noch erstellt werden müssen. Dazu können gehören:

Inhalte: Blogbeiträge, Artikel, Social-Media-Beiträge

Visuelle Inhalte: Bilder, Infografiken, Videos

Tools: E-Mail-Marketing-Software, Social-Media-Management-Tools

Schritt 4: Häufigkeit festlegen

Legen Sie eine realistische Frequenz für Ihre Kommunikation fest, damit potenzielle Unterstützer regelmäßig angesprochen werden, ohne sie mit Informationen zu überfordern. Zum Beispiel:

Täglich: Kurze Updates, Social-Media-Beiträge

Wöchentlich: Newsletter, Blogbeiträge

Monatlich: Ausführliche Artikel, Fallstudien, Erfahrungsberichte

Schritt 5: Redaktionsplan erstellen

Erstellen Sie einen Redaktionsplan, um Ihre Kommunikation zu planen und zeitlich festzulegen. So sorgen Sie für Kontinuität und können Ihre Aktivitäten über verschiedene Kanäle hinweg koordinieren. Berücksichtigen Sie:

Termine: Wann wird der jeweilige Inhalt veröffentlicht?

Themen: Worauf liegt der Schwerpunkt des jeweiligen Inhalts?

Kanäle: Wo wird der jeweilige Inhalt veröffentlicht?

Schritt 6: Überzeugende Botschaften formulieren

Achten Sie darauf, dass Ihre Botschaften klar, überzeugend und auf Ihre Zielgruppe zugeschnitten sind. Konzentrieren Sie sich dabei auf:

Storytelling: Erzählen Sie persönliche Geschichten und Erfahrungen, um eine emotionale Verbindung aufzubauen.

Motivation der Unterstützer: Nutzen Sie die oben beschriebenen Beweggründe für das Spendensammeln, um Ihre Botschaften gezielt auf Ihre Unterstützer abzustimmen.

Klarheit: Formulieren Sie Ihre Botschaften einfach und verständlich.

Handlungsaufforderung: Fordern Sie Unterstützer zu konkreten nächsten Schritten auf, beispielsweise zur Anmeldung, zum Teilen oder zum Spenden.

Schritt 7: Ergebnisse überprüfen und anpassen

Überprüfen Sie regelmäßig, wie gut Ihr Kommunikationsplan funktioniert, und passen Sie ihn bei Bedarf an. Berücksichtigen Sie dabei:

Analyse: Verfolgen Sie relevante Kennzahlen zur Interaktion (z. B. Öffnungsraten, Klickraten und Interaktionen in sozialen Medien).

Feedback: Holen Sie Rückmeldungen von Ihrer Zielgruppe und Ihren Teammitgliedern ein.

Flexibilität: Seien Sie bereit, Ihren Plan auf Grundlage dessen anzupassen, was funktioniert und was nicht.

Beispiele für Kommunikationspläne

Im Folgenden haben wir drei Beispiele für Kommunikationspläne für unterschiedliche Peer-to-Peer-Spendenaktionen zusammengestellt.

Beispiel 1: 10-Wochen-Plan für einen Spendenlauf

Woche Inhalt
Woche 1–2 Starten Sie die Kampagne mit einer Ankündigung per E-Mail und Beiträgen in den sozialen Medien, in denen Sie das Event vorstellen und eine Kurzanleitung für den Einstieg teilen.
Woche 3–4 Teilen Sie Erfahrungsberichte früherer Teilnehmender und erstellen Sie ein Video, das zeigt, was das Event besonders unterhaltsam macht.
Woche 5–6 Veröffentlichen Sie Fallstudien auf Ihrer Website und teilen Sie diese in den sozialen Medien. Zeigen Sie dabei, welche unterschiedlichen Möglichkeiten der Teilnahme und welcher Aufwand damit verbunden sind.
Woche 7–8 Senden Sie eine Erinnerungs-E-Mail zum Event und stellen Sie dabei den Gemeinschaftsaspekt sowie Möglichkeiten zur Einbindung von Freunden und Familie in den Mittelpunkt.
Woche 9–10 Veröffentlichen Sie Updates mit Tipps zur Vorbereitung und Erfolgsgeschichten in den sozialen Medien. Senden Sie abschließend eine E-Mail, die zu kurzfristigen Anmeldungen motiviert.

Beispiel 2: 10-Wochen-Plan für eine virtuelle Fundraising-Challenge

Woche Inhalt
Woche 1–2 Stellen Sie die Challenge mit einer E-Mail-Kampagne und Beiträgen in den sozialen Medien vor. Bieten Sie eine Kurzanleitung für den Einstieg und erklären Sie, welches Anliegen mit der Spendenaktion unterstützt wird.
Woche 3–4 Teilen Sie motivierende Videos und Erfahrungsberichte von Menschen, die bereits an ähnlichen Challenges teilgenommen haben.
Woche 5–6 Zeigen Sie verschiedene Möglichkeiten zur Teilnahme, damit unterschiedliche Interessen berücksichtigt werden. Veröffentlichen Sie Fallstudien und Tipps auf Ihrer Website.
Woche 7–8 Teilen Sie in den sozialen Medien Geschichten und Fortschritte aktueller Teilnehmender. Senden Sie eine Erinnerungs-E-Mail, die den Nutzen und die Wirkung der Challenge hervorhebt.
Woche 9–10 Geben Sie über soziale Medien und per E-Mail letzte Tipps und motivierende Impulse. Teilen Sie aktuelle Updates und Countdowns, um die Vorfreude zu steigern.

Beispiel 3: 10-Wochen-Plan für ein allgemeines DIY-Peer-to-Peer-Fundraising-Programm

Woche Inhalt
Woche 1–2 Stellen Sie die Challenge mit einer E-Mail-Kampagne und Beiträgen in den sozialen Medien vor. Bieten Sie eine Kurzanleitung für den Einstieg und erklären Sie, welches Anliegen mit der Spendenaktion unterstützt wird.
Woche 3–4 Teilen Sie motivierende Videos und Erfahrungsberichte von Menschen, die bereits an ähnlichen Challenges teilgenommen haben.
Woche 5–6 Zeigen Sie verschiedene Möglichkeiten zur Teilnahme, damit unterschiedliche Interessen berücksichtigt werden. Veröffentlichen Sie Fallstudien und Tipps auf Ihrer Website.
Woche 7–8 Teilen Sie in den sozialen Medien Geschichten und Fortschritte aktueller Teilnehmender. Senden Sie eine Erinnerungs-E-Mail, die den Nutzen und die Wirkung der Challenge hervorhebt.
Woche 9–10 Geben Sie über soziale Medien und per E-Mail letzte Tipps und motivierende Impulse. Teilen Sie aktuelle Updates und Countdowns, um die Vorfreude zu steigern.

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