DIY-Peer-to-Peer-Fundraising: So starten, wachsen und erfolgreich Spenden sammeln mit unterstützergeführten Aktionen

Jesper Juul Jensen
CEO
9
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Erfahren Sie, wie Sie DIY-Peer-to-Peer-Fundraising starten und skalieren. Ein umfassender Leitfaden für von Unterstützern initiierte Spendenaktionen, die Menschen einbinden, inspirieren und die Spendeneinnahmen steigern.

Die skandinavische Perspektive – zurück zu den Wurzeln

In Skandinavien ist DIY-Fundraising nichts Neues. So haben viele gemeinnützige Organisationen angefangen: Freiwillige, Nachbarn und lokale Gemeinschaften sammelten Spenden für Anliegen, die ihnen am Herzen lagen.

Noch bevor es Online-Tools gab, waren es die Unterstützer selbst, die Spendenaktionen ins Leben riefen. Damit schufen sie eine frühe Form des DIY-Peer-to-Peer-Fundraisings. Man denke nur an Konzepte wie Dugnad in Norwegen oder Giro 413 in Dänemark. Sich für einen gemeinsamen guten Zweck zusammenzutun, ist tief in der skandinavischen Kultur und Geschichte verwurzelt.

In den USA verlief die Entwicklung in die andere Richtung. Peer-to-Peer-Fundraising begann dort mit großen, strukturierten Kampagnen wie Marathons, Spendenläufen und Unternehmens-Challenges, bevor sich daraus DIY-Modelle entwickelten. Europäische und skandinavische Organisationen können heute von diesem strukturierten Ansatz lernen: durch ein klareres Onboarding, eine gezieltere Begleitung der Unterstützer und eine bewusstere Gestaltung der Spendenaktionen.

Es geht also nicht darum, das Rad neu zu erfinden, sondern eine alte Stärke wiederzuentdecken und sie mit modernen Tools zu skalieren.

Was ist DIY-Peer-to-Peer-Fundraising?

Beim DIY-Peer-to-Peer-Fundraising können Unterstützer ihre eigenen Spendenaktionen und Initiativen starten, unabhängig von organisierten Events oder zeitlich begrenzten Kampagnen. Sie werden von den Unterstützern selbst initiiert, sind flexibel und jederzeit verfügbar.

Ein Geburtstag, eine Hochzeit, eine sportliche Challenge oder eine Gedenkaktion kann zum Anlass für eine persönliche Spendenaktion werden. Idee, Zeitpunkt und Motivation kommen vom Unterstützer, während die Organisation die digitalen Tools, das Branding und den Rahmen bereitstellt.

Die besten Programme schaffen ein Gleichgewicht zwischen Freiheit und Struktur: Unterstützer können ihre eigenen Ideen umsetzen, während Ihre Kommunikation und Daten konsistent bleiben.

Da DIY-Spendenaktionen häufig von den Unterstützern selbst initiiert werden, ist ihre Motivation besonders hoch. Das zeigt sich auch am durchschnittlich gesammelten Betrag pro Unterstützer: Dieser liegt bei DIY-Spendenaktionen deutlich höher als bei anderen Arten von Spendenaktionen. Im Durchschnitt werden bei DIY-Spendenaktionen 1.230 € gesammelt, während es beispielsweise bei Spendenaktionen zu besonderen Anlässen und sportlichen Spendenaktionen weniger als 700 € sind. Nur Gedenkaktionen erzielen im Durchschnitt einen noch höheren Betrag. (Zahlen für 2025 auf Grundlage von BetterNow-Daten)

Warum sich DIY-Peer-to-Peer-Fundraising lohnt

DIY-Fundraising schafft nachhaltige Spendeneinnahmen über das ganze Jahr und ergänzt saisonale oder eventbasierte Kampagnen. Sobald die nötige Infrastruktur steht, kann es mit geringem zusätzlichem Aufwand organisch wachsen.

Drei wesentliche Vorteile stechen hervor:

  • Finanzielle Stabilität – die Einnahmen verteilen sich auf Hunderte kleiner, kontinuierlicher Spendenaktionen.
  • Größere Reichweite – jeder Unterstützer macht sein eigenes Netzwerk auf Ihre Organisation und deren Anliegen aufmerksam.
  • Emotionale Bindung – wer aus eigener Initiative Spenden sammelt, entwickelt eine persönliche Verbindung zu Ihrem Anliegen.

Diese von Unterstützern initiierten Spendenaktionen sprechen außerdem eine Motivation an, die eng mit der eigenen Identität verbunden ist. Menschen sammeln Spenden, weil sie damit ausdrücken können, wer sie sind und wofür sie stehen: ihre Werte, ihre Gemeinschaft oder ihre persönliche Geschichte. Ihre Aufgabe ist es, ihnen das so einfach wie möglich zu machen.

Im Durchschnitt spenden 34 verschiedene Personen für eine DIY-Spendenaktion (Zahlen für 2025). Das sind mehr als bei jeder anderen Art von Spendenaktion.

So starten Sie mit von Unterstützern initiierten Spendenaktionen

Bereiten Sie sich intern vor

Ein erfolgreiches DIY-Programm beginnt mit einem klaren Ziel. Legen Sie fest, warum Sie es einführen möchten: um die Spendeneinnahmen zu steigern, jüngere Unterstützer zu erreichen oder die Bindung zu Ihrer Organisation zu stärken?

Wichtige Schritte zur Vorbereitung:

  • Planen Sie die gesamte Unterstützerreise: Aufmerksamkeit → Anmeldung → erste Spende → Betreuung.
  • Erstellen Sie ein Toolkit für Marke und Inhalte: Logos, Vorlagen und Beispiele für Social-Media-Beiträge. Lesen Sie hier unseren Leitfaden zum Erstellen eines Toolkits für Peer-to-Peer-Fundraising.
  • Halten Sie Freigabeprozesse einfach: Schnelle Unterstützung erleichtert den Start weiterer Spendenaktionen.
  • Legen Sie klare Verantwortlichkeiten fest: Ein Team sollte Kommunikation, Unterstützung und Reporting koordinieren. Lesen Sie hier unseren Leitfaden zur Verankerung von Peer-to-Peer-Fundraising in Ihrer Organisation.

Ein erster Testlauf mit ausgewählten Unterstützern hilft dabei, mögliche Hürden zu erkennen, bevor Sie das Programm vollständig ausrollen.

Sorgen Sie für Sichtbarkeit und einen einfachen Einstieg

Sichtbarkeit ist entscheidend. Wenn Besucher auf Ihrer Website erst lange danach suchen müssen, wie sie eine Spendenaktion starten können, verlieren Sie wertvolles Potenzial.

Machen Sie auf die Möglichkeit, eigene Spendenaktionen zu starten, an verschiedenen Stellen aufmerksam:

  • In der Hauptnavigation Ihrer Website und auf den Dankesseiten nach einer Spende.
  • In E-Mail-Newslettern und bei der Einführung neuer Unterstützer.
  • Auf Ihren Social-Media-Profilen und in Ihren Botschafter-Communitys.
  • Integrieren Sie „Spendenaktion starten“ als sekundären CTA in Ihre Kommunikation.

Zeigen Sie konkrete Beispiele wie Geburtstage, Gedenkaktionen oder Challenges, um zu eigenen Ideen zu inspirieren.

Setzen Sie außerdem auf saisonale Erinnerungen statt auf vollständige Kampagnen: Kleine Impulse können Unterstützer daran erinnern, dass sie jederzeit eine eigene Spendenaktion starten können.

So halten Sie die Dynamik aufrecht und machen Ihre Spendenaktionen erfolgreich

Nach dem Start müssen Sie kontinuierlich an Ihrem DIY-Programm arbeiten, damit es langfristig erfolgreich bleibt.

Halten Sie die Kommunikation kontinuierlich aufrecht

DIY-Peer-to-Peer-Fundraising lebt von Geschichten und Anerkennung. Sorgen Sie deshalb für eine kontinuierliche Kommunikation:

  • Monatliche Inspiration: Stellen Sie kreative Spendenaktionen vor.
  • Meilensteine: Versenden Sie automatisierte Nachrichten, wenn bestimmte Fortschritte erreicht werden (BetterNow übernimmt das für Sie).
  • Wirkungsgeschichten: Zeigen Sie konkret, was mit den gesammelten Spenden erreicht wird.
  • Öffentliche Anerkennung: Stellen Sie Unterstützer und ihre Spendenaktionen auf Ihrer Website und in den sozialen Medien vor.

Jeder Kontaktpunkt sollte entweder inspirieren, informieren oder Danke sagen. Qualität ist wichtiger als Quantität.

Binden Sie Ihre Unterstützer ein und geben Sie ihnen die richtigen Werkzeuge an die Hand.

Betrachten Sie die Einbindung als wechselseitige Beziehung. Unterstützer verschaffen Ihrer Organisation mehr Sichtbarkeit und Spendeneinnahmen; im Gegenzug geben Sie ihnen Orientierung, Motivation und Anerkennung.

Praktische Möglichkeiten, diese Beziehung zu stärken:

  • Melden Sie sich kurz nach dem Start einer Spendenaktion persönlich.
  • Stellen Sie Vorlagen für Social-Media-Beiträge und Dankesnachrichten bereit.
  • Würdigen Sie kreative Ideen und erreichte Meilensteine öffentlich.
  • Schaffen Sie kleine Online-Communitys oder gemeinsame Hashtags, um das Gemeinschaftsgefühl zu stärken.

Wie wir in unserem Artikel über soziales Kapital und Peer-to-Peer-Fundraising erläutern, hängt der Erfolg häufig von der Struktur des eigenen Netzwerks ab. Unterstützer mit mittelgroßen, eng verbundenen Netzwerken erzielen tendenziell bessere Ergebnisse als solche mit sehr großen, aber nur lose verbundenen Netzwerken.

Wählen Sie die richtige Plattform

Ihre Plattform bildet die Grundlage für das gesamte Erlebnis. Eine White-Label-Lösung bietet Ihnen volle Kontrolle über das Branding und Ihre Daten und lässt sich einfach in Ihr CRM und Ihre Marketingsysteme integrieren. All das ist entscheidend für eine langfristige Bindung Ihrer Unterstützer.

Die Technologie sollte einen einfachen Ablauf und gutes Storytelling ermöglichen, nicht davon ablenken. Plattformen wie BetterNow sind darauf ausgelegt, genau diese Balance zu schaffen. Lesen Sie hier unseren vollständigen Vergleich von Fundraising-Plattformen und White-Label-Lösungen.

Erfolg im DIY-Peer-to-Peer-Fundraising messen

Durch die richtige Erfolgsmessung wird aus DIY-Fundraising ein Experiment mit echtem Wachstumspotenzial.

Messen Sie sowohl Aktivität als auch Wirkung:

  • Volumen: Anzahl neuer und aktiver Spendenaktionen.
  • Performance: durchschnittlich gesammelter Betrag pro Spendenaktion, Anzahl der Spender pro Spendenaktion.
  • Engagement: Anteil der Unterstützer, die erneut eine Spendenaktion starten, und Anteil der Spender, die selbst eine Spendenaktion starten.
  • Reichweite: Anteil der neuen Spender, die über DIY-Fundraising gewonnen werden.

Lesen Sie auch unseren ausführlichen Leitfaden zu den wichtigsten Kennzahlen im Peer-to-Peer-Fundraising.

Gehen Sie noch einen Schritt weiter und betrachten Sie einzelne Segmente:

  • Welche Arten von Spendenaktionen erzielen die besten Ergebnisse?
  • Zu welchen Zeiten im Jahr werden die meisten neuen Spendenaktionen gestartet?
  • Wie viele Unterstützer, die zum ersten Mal eine Spendenaktion starten, tun dies innerhalb von zwölf Monaten erneut?

Nutzen Sie diese Erkenntnisse, um Onboarding, Kommunikation und die Gestaltung Ihrer Kampagnen weiterzuentwickeln. Mit der Zeit können die Daten aus Ihrem DIY-Fundraising auch Ihre übergeordnete Fundraising-Strategie mitgestalten.

Häufige Fehler bei von Unterstützern initiierten Spendenaktionen

Kein Leitfaden ist vollständig, ohne auch darauf einzugehen, was Sie vermeiden sollten. Dies sind einige der häufigsten Fehler, die uns bei der Zusammenarbeit mit Organisationen begegnet sind.

  1. Davon ausgehen, dass Unterstützer von selbst kommen. DIY-Fundraising braucht kontinuierliche Sichtbarkeit und regelmäßige Impulse.
  2. Die Betreuung nach der Anmeldung vernachlässigen. Nach der Anmeldung ist eine schnelle erste Kontaktaufnahme besonders wichtig, damit Unterstützer aktiv bleiben.
  3. Den Einstieg unnötig kompliziert machen. Ein klarer Weg vom Start bis zur Erstellung der Spendenaktion. Mehr braucht es nicht.
  4. Zu wenig Orientierung bieten. Unterstützer wünschen sich Freiheit, aber keine Unsicherheit. Stellen Sie Vorlagen und Beispiele bereit.
  5. DIY-Fundraising nicht in Ihre Gesamtstrategie integrieren. Es sollte mit Ihrer Kommunikation, Ihrem CRM und der Unterstützerreise verknüpft sein.
  6. Daten ignorieren. DIY-Peer-to-Peer-Fundraising liefert wertvolle Erkenntnisse über die Motivation Ihrer Unterstützer und die Gewinnung neuer Spender. Nutzen Sie diese Erkenntnisse auch für Ihre anderen Fundraising-Kanäle.

Fazit – Tradition und Struktur verbinden

DIY-Fundraising ist die älteste Form des Peer-to-Peer-Fundraisings in Skandinavien. Neu ist unsere Möglichkeit, es gezielt zu skalieren: mit digitalen Tools, Daten und einer durchdachten Gestaltung.

Indem europäische Organisationen die Authentizität von Unterstützern initiierter Spendenaktionen mit den strukturierten Ansätzen verbinden, die in den USA entwickelt wurden, können sie widerstandsfähige Fundraising-Programme aufbauen, die das ganze Jahr über funktionieren und von den Unterstützern ebenso getragen werden wie von den Organisationen selbst.

Das ist kein Trend. Es ist eine Rückkehr zu den Wurzeln, nur mit besseren Möglichkeiten.

FAQ

Was ist DIY-Peer-to-Peer-Fundraising?

Beim DIY-Peer-to-Peer-Fundraising können Unterstützer unabhängig von organisierten Events oder Kampagnen eigene Spendenaktionen für eine gemeinnützige Organisation starten.

Wie unterscheidet sich DIY-Peer-to-Peer-Fundraising von eventbasiertem Fundraising?

DIY-Fundraising ist jederzeit verfügbar und nicht an eine bestimmte Kampagne gebunden. Die Spendenaktion wird vollständig vom Unterstützer initiiert: Er entscheidet, warum, wann und wie er Spenden sammeln möchte.

Warum sollten gemeinnützige Organisationen in DIY-Fundraising investieren?

Es schafft nachhaltige Spendeneinnahmen über das ganze Jahr und stärkt die Beziehung zu Unterstützern, indem es ihnen Freiraum gibt, sich auf persönliche Weise für ein Anliegen einzusetzen.

Wie viel wird mit einer DIY-Spendenaktion gesammelt?

Im Jahr 2025 wurden mit einer DIY-Spendenaktion durchschnittlich 1.230 € gesammelt. Grundlage sind die Daten der BetterNow-Kunden.

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