Teams passen zu manchen Peer-to-Peer-Kampagnen hervorragend, in anderen erzeugen sie nur Reibung. Ein Leitfaden: wann Teams sich lohnen, wann nicht und wie du sie richtig aufsetzt.


Wenn im Fundraising darüber gesprochen wird, warum Menschen spenden, fallen oft Begriffe wie Bedarf, Altruismus oder sozialer Druck. Eine aktuelle Studie zeigt jedoch, dass im Peer-to-Peer-Fundraising noch ein weiterer Faktor eine wichtige Rolle spielt: Inspiration. Spender reagieren nicht nur auf Aufrufe – sie lassen sich vom Handeln anderer motivieren. Wer versteht, wie diese Inspiration funktioniert, kann Kampagnen gezielter gestalten, die richtigen Unterstützer gewinnen und das Spendenvolumen steigern.
In diesem Beitrag schauen wir uns neue Forschung zur Inspiration von Spendern im Peer-to-Peer-Fundraising an und ordnen ein, was sie für die Praxis bedeutet.
Die Forschenden Hesse und Boenigk wollten den Begriff „Inspiration von Spendern“ genauer definieren, messbar machen und prüfen, ob er tatsächlich ein Treiber für Spenden im Peer-to-Peer-Kontext ist. Grundlage ihrer Analyse sind zwei Konzepte:
Übertragen auf Fundraising bedeutet das: Spender können sich inspirieren lassen durch:
Die zentrale Frage der Studie lautet: Erklärt Inspiration, warum Menschen spenden – und welche Quelle wirkt dabei am stärksten?
Anstatt auf Umfragen zu setzen, analysierte das Forschungsteam reale Kampagnendaten aus Workout for Water, einer globalen Peer-to-Peer-Fundraising Kampagne von Les Mills und UNICEF aus den Jahren 2019 bis 2021.
Dieser Ansatz basiert auf tatsächlichem Verhalten statt auf Selbstauskünften – ein wichtiger Schritt, um Fundraising besser auf realen Daten statt auf Annahmen aufzubauen.
Mehrere klare Muster wurden sichtbar:
Es ist außerdem erwähnenswert, dass dieselben Autoren eine ergänzende Studie auf Basis derselben Kampagnendaten veröffentlicht haben – mit einem anderen Fokus: Statt der Spender standen hier die spendensammelnden Personen im Mittelpunkt.
Diese Untersuchung zeigte, dass die erfolgreichsten Teilnehmenden diejenigen waren, die zusätzlichen Einsatz gezeigt haben, ihre Spendenaktionen individuell gestaltet haben und ihr Engagement sichtbar gemacht haben (zum Beispiel durch eigene Spenden).
Zusammengenommen zeigen beide Studien eine einfache, aber wichtige Erkenntnis: Inspiration wirkt in beide Richtungen. Spendensammelnde Personen inspirieren Spender – und je mehr Engagement sie zeigen, desto wahrscheinlicher ist es, dass diese Inspiration Wirkung entfaltet.

Die praktischen Konsequenzen sind klar und gut umsetzbar:
Die Studie zeigt deutlich, dass Inspiration ein eigenständiger Treiber für Spenden ist – und nicht nur ein Nebeneffekt von Bedarf oder Ansprache. Für Organisationen bedeutet das: Kampagnen sollten nicht nur informieren oder um Spenden bitten, sondern gezielt inspirieren.
Wer versteht, woher Inspiration kommt und wie stark sie wirkt, kann Kampagnen bewusst so gestalten, dass sie sowohl Begeisterung als auch Handlung auslösen – und Menschen vom „inspiriert sein“ zum „aktiv werden“ führen.
Inspiration ist mehr als ein positiver Nebeneffekt – sie ist ein messbarer Treiber im Peer-to-Peer-Fundraising. Die Herausforderung für Organisationen besteht darin, Kampagnen so zu gestalten, dass Inspiration entstehen kann – und sie anschließend gezielt zu verstärken.
Dabei spielen die Menschen, die Spenden sammeln, eine zentrale Rolle: nicht nur als diejenigen, die Spenden generieren, sondern als Vorbilder, die den Zweck greifbar machen.
Die vollständige Studie Donor inspiration in nonprofit management: conceptualization and measurement in a peer-to-peer context von Laura Hesse und Silke Boenigk bietet eine detaillierte methodische Grundlage und statistische Belege für diese Erkenntnisse.
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Dieser Beitrag ist Teil unserer fortlaufenden Reihe, in der wir wissenschaftliche Erkenntnisse mit praktischen Fundraising-Erfahrungen verbinden. Alle Beiträge findest du hier.